Aktuell · geprüft am 07.10.2026
Der Strand von Navagio ist gesperrt. Nach einer Entscheidung der griechischen Ministerien (Regierungsanzeiger ΦΕΚ Β‘ 3033 vom 28.05.2026) gilt bis zum 31. Oktober 2026: Strand und angrenzende Zonen dürfen nicht betreten werden, in der ganzen Bucht ist Baden verboten, Boote dürfen nicht ankern und müssen 50 m Abstand zur Küste halten. Ausflugsboote dürfen nur innerhalb einer vom Hafenamt festgelegten Seezone in die Bucht fahren, anlanden ist nicht möglich. Von oben darf man die Bucht nur von der bestehenden Aussichtsplattform aus sehen. Grund ist die Gefahr von Felsstürzen, die die griechische Erdbebenschutzbehörde OASP festgestellt hat. Wie es nach dem 31. Oktober weitergeht, ist noch nicht entschieden; die Sperrung wird seit 2023 jedes Jahr neu verfügt.
Ohne Frage ist Navagio in der Schmugglerbucht (auch Schiffswrackstrand oder Shipwreck Beach genannt) der berühmteste Strand der Insel und sicherlich einer der am meisten fotografierten Strände der Welt. Jeder hat schon einmal ein Bild von den Klippen hinab in die Bucht auf das Schiffswrack gesehen. Für viele Touristen war dieses Bild vielleicht sogar der Grund, nach Zakynthos zu reisen.
Die Schmugglerbucht als prächtige Kulisse
Die kristallblaue Farbe des Meeres, zusammen mit dem weißen Sand und den steilen Klippen ringsum, bildet schon für sich genommen eine erstaunliche natürliche Kulisse. Der Strand liegt in der Schmugglerbucht an der Westküste, umgeben von bis zu 200 Meter hohen, senkrecht aufragenden Felswänden. Oben auf der Klippe gibt es eine kleine Aussichtsplattform. Der Strand ist nur vom Meer aus zugänglich, vom Strand führt kein Weg hinauf.

Das Schiffswrack von Zakynthos
Im Herbst 1980 ist in dieser prächtigen Kulisse, die Mutter Natur geschaffen hat, ein kleines Frachtschiff auf Grund gelaufen. Auch das hat Mutter Natur erledigt, mit einem Sturm. Die Panagiotis war ein alter Küstenfrachter, gebaut 1937, und hatte geschmuggelte Zigaretten an Bord. Nach einem Maschinenschaden trieb sie manövrierunfähig im Sturm und strandete in der Nacht zum 2. Oktober 1980 in der Bucht. Seitdem „schmückt“ das rostige Wrack den Strand derart perfekt, dass er zum weltberühmten Postkartenmotiv geworden ist.

Mit den Jahren hat die Brandung das Wrack immer weiter zugesetzt. Geplant ist deshalb, den Strand mit rund 45.000 Kubikmetern Kies um etwa 30 Meter ins Meer zu verlängern, damit die Wellen das Wrack nicht mehr erreichen. Die Arbeiten wurden im Juli 2026 ausgeschrieben, ein Baubeginn ist nicht bekannt.
Navagio vom Boot aus
Zum Strand kommt man nur mit dem Boot – und derzeit gar nicht, weil anlanden verboten ist (siehe oben). In die Bucht hineinfahren und das Wrack vom Wasser aus sehen darf man aber mit den zugelassenen Ausflugsbooten. Und Boot ist nicht gleich Boot. Eins vorweg: Wer meint, er könne in der Bucht von Laganas ein kleines Motorboot mieten und damit die Westküste hinauf bis Navagio fahren, liegt falsch. Spätestens in Höhe des Leuchtturms von Keri pfeifen Aufpasser der Bootsverleiher solche abenteuerlustigen Freizeitkapitäne zurück. Das ist auch gut so, denn sobald der Wind auffrischt, geht an der Westküste ein rauer Seegang mit hohen Wellen.
Inselrundfahrten ab Zakynthos-Stadt
Ab Zakynthos-Stadt fahren große Ausflugsschiffe einmal um die Insel. Sie legen früh morgens ab und kommen fast zeitgleich an der Westküste an. Wer es ruhiger mag, startet näher an Navagio.

Ab Agios Nikolaos im Norden
Besser ist die Anreise mit dem Auto, Motorrad oder Quad, die man fast überall auf der Insel mieten kann. Vom Hafen von Agios Nikolaos im Norden fahren kleine Boote zu den Blauen Höhlen (Blue Caves) und weiter nach Navagio. Mit dem Schnellboot ist man von dort in gut einer Viertelstunde in der Bucht.
Mit dem Boot von Porto Vromi zum Schiffswrack
Mein Tipp ist die Anreise von Porto Vromi aus. Die kleine Kiesbucht mit Bootsanleger liegt an der Westküste, südlich von Navagio. Dorthin fährt man durch das Inselinnere, ein schönes Naturerlebnis, und unterwegs gibt es einiges zu sehen. In Porto Vromi kann man auch gut den ganzen Tag bleiben und baden. Die Boote von dort fahren an vielen kleinen Meereshöhlen entlang, die der Kapitän gern anfährt. Schnorchelset unbedingt mitbringen, unterwegs gibt es Badestopps – nur in der Bucht von Navagio selbst ist Baden derzeit verboten. Von Porto Vromi ist man vorher oder danach schnell an der Aussichtsplattform.
Aussichtsplattform über der Schmugglerbucht
Die Plattform oberhalb der Bucht erreicht man über die Straße von Anafonitria und Volimes. Von dort kann man tolle Fotos machen. Ohne Weitwinkel bekommt man allerdings nicht die ganze Bucht aufs Bild. Außerdem herrscht dort meist so ein Gedränge, dass man sich erst anstellen muss.

Nicht an die Klippenkante

Früher sind viele von der Plattform einen kleinen Pfad entlang der Klippenkante gelaufen, weil man von weiter oben noch spektakulärere Blicke auf die Bucht hat. Davon rate ich ab, und erlaubt ist es auch nicht mehr: Nach der Ministerialentscheidung von 2026 darf man an die obere Hangkante nur an der bestehenden Plattform, die Kante wird dafür eingezäunt. Die Klippen sind brüchig, und es kommt immer wieder zu Unfällen. Im Herbst 2026 musste ein junger Mann aus der Steilwand gerettet werden.
Navagio ist trotzdem jeden Abstecher wert. Live ist die Bucht viel schöner als auf jedem Foto. Wo Navagio, Porto Vromi und die Blue Caves liegen, zeigt die Karte von Zakynthos, mehr Strände gibt es auf der Seite Strände.
Quellen
- Gemeinsame Ministerialentscheidung, Regierungsanzeiger ΦΕΚ Β‘ 3033/28.05.2026, und Entscheidung des Hafenamts, ΦΕΚ Β‘ 3352/12.06.2026 (über ertnews.gr, odigostoupoliti.eu)
- iefimerida.gr (03.06.2026), tovima.com (02.06.2026), in.gr (01.06.2026) zur Sperrung
- travel.gr (09.07.2026) und aftodioikisi.gr (15.07.2026) zur Strandaufschüttung
- protothema.gr und zougla.gr zur Geschichte der Panagiotis (nach den Vernehmungsprotokollen von 1980); Schiffsdatenbank clydeships.co.uk
- feelgreece.com: Anfahrt zu Navagio
- Wikipedia: Navagio