Auf einen Blick
- Wegenetz: Im Auftrag der Gemeinde wurde ein Netz von rund 115 Kilometern mit 34 Routen vorgeschlagen, aus alten Pfaden und Feldwegen.
- Gebiete: die Halbinsel Keri im Südwesten, der Skopos und Gerakas im Südosten, Bochali über der Stadt, das Bergland um Loucha und Volimes, die Dörfer der Riza.
- Fernweg: Der Zante Trail misst rund 50 Kilometer in sechs Etappen von drei bis fünf Stunden.
- Höchster Berg: der Vrachionas, je nach Quelle 756 oder 757 Meter.
- Beste Zeit: Frühjahr und Herbst. Im Sommer drohen Hitzewellen über 40 °C und hohe Waldbrandgefahr.
Die meisten Urlauber kennen Zakynthos vom Strand und vom Boot aus. Dabei sind der Westen und der Norden Bergland: Dort zieht sich ein Höhenzug durch die Insel, der zur Westküste mit teils bis zu 200 Meter hohen Klippen abfällt. Dazwischen liegen Dörfer, Olivenhaine und Klöster. Von den alten Bergpfaden ist wenig erhalten, doch die Gemeinde hat eine Reihe von Routen ausarbeiten lassen, vom kurzen Spaziergang um die venezianische Burg bis zum mehrtägigen Fernweg.

Das Wegenetz der Gemeinde
Die Gemeinde Zakynthos hat das Büro AnaDigit beauftragt, die vorhandenen Wege aufzunehmen und Wanderrouten auszuarbeiten. Von den alten Bergpfaden sind nur Bruchstücke erhalten. Sie wurden mit ruhigen Feldwegen zu einem Netz verbunden: rund 115 Kilometer, aufgeteilt in 34 Routen. Die Routen sind im digitalen Wanderführer „Zakynthos topoguide“ zusammengefasst, der als Erweiterung der App „Topoguide Greece“ für Android und iOS erhältlich ist. Im Gelände zeigt die App den nächsten Weg und führt entlang der Strecke.
Wichtig für die Planung: Viele Abschnitte verlaufen auf Feld- und Schotterwegen, nicht auf Pfaden. Das Auswärtige Amt rät, in Griechenland nur sehr gut ausgeschilderte Wanderrouten zu nutzen. Wer auf eigene Faust losgeht, nimmt eine Offline-Karte oder einen GPS-Track mit.

Die Wandergebiete
Rund um Keri
Im Südwesten bilden der Strand von Keri, Marathias, das Dorf Apelati und das Bergdorf Keri ein Viereck um den kleinen Berg Skopos Keriou. Die Südküste ist unzugänglich, ihr südlichster Punkt ist das Kap Keri mit seinem Leuchtturm. Auf Initiative der Gemeinde wurden hier drei Routen ausgewiesen. Sie kombinieren Pfade und Feldwege und verbinden das Dorf Keri mit dem Strand von Keri. Unterhalb des Leuchtturms ragen die beiden Mizithres-Felsen aus dem Meer, und vom Kap blickt man weit nach Westen in den Sonnenuntergang. Mehr auf der Seite Keri und Limni Keri.

Skopos und Gerakas
Der Skopos über Argassi ist der Aussichtsberg im Südosten. Zu seiner Höhe gibt es leicht unterschiedliche Angaben, je nach Quelle 491 bis 496 Meter. Nahe dem Gipfel steht das gut erhaltene Kloster Panagia Skopiotissa. Topoguide schlägt zwei Wege auf den Gipfel vor, die Schotterstraßen so weit wie möglich meiden, außerdem eine Route von Kalamaki zum Kloster. Wer am Strand von Gerakas ist, kann eine kurze Wanderung anschließen: Sie führt an Spuren aus Natur und Geschichte vorbei auf einen kleinen Gipfel mit Blick über die Bucht. Mehr zur Gegend auf den Seiten Argassi, Vasilikos und Gerakas.
Bochali: Kulturwege um die Burg
Auf dem Hügel Bochali über der Stadt sind rund um die venezianische Burg fünf kulturelle Spazierwege markiert. Sie folgen meist ruhigen Straßen, nur Weg 5 verläuft an der Hauptstraße:
- Weg 1: von der Kirche Agios Georgios Filikon zum Tor der Burg
- Weg 2: ein kurzer Rundgang an den Mauern der Burg
- Weg 3: von der Burg hinunter zum Hauptplatz der Stadt
- Weg 4: von der Burg zum Hügel Strani
- Weg 5: vom Strani zurück zur Kirche Agios Georgios Filikon
- Weg 5a: von Agios Georgios Filikon zum Britischen Friedhof
Die Burg ist im Sommer mittwochs bis montags von 8:30 bis 15:30 Uhr geöffnet, dienstags geschlossen, der Eintritt kostet 5 €. Wer sie besichtigen will, kommt also am Vormittag. Mehr zur Stadt auf der Seite Zakynthos-Stadt.
Loucha und das Bergland im Westen
Der Westen der Insel wird von einem sanften Höhenrücken geprägt, der am Vrachionas seinen höchsten Punkt erreicht. Die Westhänge fallen steil zu unzugänglichen Buchten ab, die Osthänge laufen flacher in die große Ebene aus. Weil das Straßennetz dicht ist, sind hier nur wenige Pfade übrig. Rund um das Dorf Loucha gibt es vier kurze, lohnende Wege. Bei Kambi verbindet ein Weg das Dorf Exo Chora mit den mykenischen Gräbern von Kambi und bietet dabei weite Blicke über das Ionische Meer.
Volimes und der Nordwesten
Bei Volimes führen zwei Pfade zur Höhle Spiliotissa und zum verlassenen Kloster Agios Andreas. Ganz im Nordwesten schlägt Topoguide eine Durchquerung der einsamen Nordspitze vor: Sie führt durch das kleine Dorf Klima, am neuen Leuchtturm von Skinari vorbei bis zum alten, verfallenen. Mehr zur Gegend auf der Seite Volimes.

Die südliche Riza
Riza heißt die Reihe der Dörfer am Osthang des Vrachionas-Massivs. Im Süden verbindet ein Weg auf schwachen Pfaden die Bergdörfer mit der Riza, mit schönem Blick über die Ebene. Ein Ökotourismus-Weg von rund 3 Kilometern führt durch die Dörfer Palia Lagadakia, Vougiato, Melinado und Macherado, vorbei an ihren wichtigsten Bauten. Er folgt ausschließlich Dorfstraßen. Dazu kommt die kaum noch befahrene Schotterstraße von Kalithea nach Lagopodo mit Blick über den Osten der Insel.
Zante Trail
Nach dem Vorbild langer, leichter Wege wie dem Corfu Trail schlägt die Gemeinde einen Fernweg entlang der Riza vor. In der vorläufigen Fassung ist der Zante Trail rund 50 Kilometer lang und in sechs Etappen von drei bis fünf Stunden geteilt. Er verläuft überwiegend auf Landstraßen und Feldwegen. Wer ihn gehen will, plant die Übernachtungen in den Dörfern entlang der Strecke vorher.
Navagio von oben
Über der Bucht von Navagio liegt eine Aussichtsplattform, erreichbar über die Straße von Anafonitria Richtung Volimes, in der Nähe des Klosters Agios Georgios Krimnon. Ein Weg entlang der Klippenkante ist keine Option: Für 2026 gilt bis zum 31. Oktober, dass man die Bucht nur von der Plattform an der Hangkante aus sehen darf, die Kante wird dafür abgezäunt. Die Felswände sind brüchig, 2018 stürzte ein großes Stück in die Bucht.

Beste Jahreszeit, Hitze und Wasser
Zum Wandern sind April, Mai und Oktober die angenehmsten Monate. Die Tagestemperaturen liegen dann um 19 bis 23 °C, im Juli und August dagegen bei über 30 °C im Mittel. Ab Oktober wird es nasser: Der Oktober bringt im Mittel fast 150 Millimeter Regen, der November noch mehr. Die Werte stammen von der Wetterstation am Flughafen und gelten für die Ebene, in den Bergdörfern ist es meist etwas kühler.
| Monat | Mittleres Tagesmaximum | Niederschlag |
|---|---|---|
| April | 18,9 °C | 51 mm |
| Mai | 23,4 °C | 17 mm |
| Juni | 27,8 °C | 7 mm |
| Juli | 30,7 °C | 5 mm |
| September | 27,6 °C | 25 mm |
| Oktober | 23,0 °C | 147 mm |
| November | 19,0 °C | 159 mm |
Im Sommer kommt es in Griechenland häufig zu Hitzewellen mit über 40 °C. Das Auswärtige Amt rät dann, körperliche Anstrengung in der Mittagshitze zu meiden, und bei Wanderungen Sonnenschutz und große Mengen Trinkwasser mitzunehmen. Wasser für die ganze Strecke nimmt man am besten schon vom Start mit.
- Früh starten: im Sommer am besten bei Sonnenaufgang, mittags im Schatten pausieren.
- Waldbrand: Die Waldbrandgefahr ist im Sommer sehr hoch. Kein offenes Feuer, keine Zigaretten im Gelände. Zelten in Wäldern und an Waldrändern ist verboten.
- Warnungen: Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Notfallwarnungen per Cell Broadcast auf dem Handy zu aktivieren.
- Sperrgebiete: Schilder für militärisches Sperrgebiet beachten und solche Bereiche nicht betreten.
- Schuhe: Feste Schuhe mit Profil, viele Wege sind Schotter.
- Notruf: 112. Auf den Inseln dauert es länger, bis ein Rettungswagen da ist, als auf dem Festland.
Das Dorf Keri und die Bergdörfer im Westen fährt kein Linienbus an. Für Keri, den Skopos und das Bergland im Westen ist ein Mietwagen oder Roller praktisch, mehr dazu auf der Seite Mietwagen, Roller und Quad. Wie das Wetter in den einzelnen Monaten ist, zeigt die Seite Wetter auf Zakynthos.
Häufige Fragen zum Wandern auf Zakynthos
Gibt es auf Zakynthos markierte Wanderwege?
Es gibt ein von der Gemeinde vorgeschlagenes Netz von rund 115 Kilometern mit 34 Routen, das im digitalen Wanderführer Zakynthos topoguide beschrieben ist. Markiert sind unter anderem die fünf Kulturwege um die Burg auf Bochali.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern?
April, Mai und Oktober. Dann liegen die Tagestemperaturen um 19 bis 23 °C. Im Juli und August ist es für längere Touren meist zu heiß, ab Oktober regnet es häufiger.
Wie hoch ist der höchste Berg?
Der Vrachionas im Westen der Insel ist je nach Quelle 756 oder 757 Meter hoch. Im Südosten liegt der Skopos mit knapp 500 Metern und dem Kloster Panagia Skopiotissa.
Kann man zum Strand von Navagio hinunterwandern?
Nein. 2026 darf man die Bucht bis zum 31. Oktober nur von der Aussichtsplattform oben aus sehen.
Quellen
- Topoguide: Hiking in Zakynthos, Wegenetz im Auftrag der Gemeinde
- Topoguide: Hikes around Keri
- Topoguide: Hiking on Mt Skopos and Gerakas
- Topoguide: Walks in Bochali
- Topoguide: Hikes around Loucha
- Topoguide: Hiking in Center and Northern Zakynthos
- Topoguide: Hikes along Riza
- Topoguide: Zante Trail
- Wikipedia: Zakynthos, Geographie
- Kulturministerium (Odysseus): Burg von Zakynthos, Öffnungszeiten und Eintritt
- in.gr: Zakynthos, Keri und die Mizithres (28.03.2014)
- zanteisland.com: Weg zur Aussichtsplattform über Navagio
- iefimerida: Greece bans access to Navagio beach and its waters until November (03.06.2026)
- Ta Nea: Felssturz in der Bucht von Navagio (14.09.2018)
- NOAA NCEI: WMO-Klimanormalwerte 1961–1990, Station Zakynthos Flughafen
- Auswärtiges Amt: Griechenland, Reise- und Sicherheitshinweise (Stand 19.10.2026)