Essen auf Zakynthos

Auf einen Blick

  • Grundlage: Olivenöl, Knoblauch und Tomaten. Die Küche ist bäuerlich geprägt und zeigt deutlich den Einfluss Venedigs.
  • Typische Gerichte: Skordostoubi aus Auberginen, Sartsa aus Rind- oder Kalbfleisch, Polpetes, Kaninchen und Hahn in roter Soße.
  • Käse: Ladotyri, ein scharfer Käse aus Schafs- und Ziegenmilch, der in Olivenöl reift.
  • Süßes: Mandolato, Mandoles, Pasteli und Fytoura.
  • Geschützte Produkte: Olivenöl „Zakynthos“ (g.g.A.), Korinthen „Stafida Zakynthou“ (g.U.), Weine „Zakynthos“ und „Verdea Zakynthou“ (g.g.A.).

Die Küche von Zakynthos ist eine Landküche. Sie wurzelt im bäuerlichen Leben und in der ionischen Kultur, und sie trägt bis heute die Handschrift Venedigs: Viele Gerichte haben italienische Namen. Gekocht wird mit dem, was auf der Insel wächst. Olivenöl, Knoblauch und Tomaten sind die Grundpfeiler, dazu kommen Hülsenfrüchte, Wildkräuter, Käse und das Gemüse der Saison. Die Inselküche sucht nicht das Komplizierte, sondern ausgewogenen Geschmack und überlieferte Rezepte.

Knorrige alte Olivenbäume in einem Olivenhain
Alte Olivenbäume in einem Hain auf Zakynthos · Foto: Raymond Petrik, Pexels-Lizenz, via Pexels

Typische Gerichte

Diese Gerichte gelten als typisch für Zakynthos:

  • Skordostoubi: Auberginen mit Knoblauch und Tomate. Skordostoubi heißt die Paste aus Knoblauch und Essig, die mit einer dicken Tomatensoße verbunden wird. Es gibt das Gericht auch mit Eiern.
  • Sartsa: Rind- oder Kalbfleisch in roter Soße mit Knoblauch. Man würzt mit Essig und Oregano und gibt zum Schluss Ladotyri darüber. Sartsa kommt an Namenstagen und bei Dorffesten auf den Tisch.
  • Polpetes: große Fleischbällchen in roter Soße, der Name ist italienisch.
  • Kaninchen: eine Spezialität der Insel, gefüllt, als Stifado oder mit viel Knoblauch, Olivenöl und Oregano.
  • Stifado: wird auf Zakynthos nicht mit Zwiebeln, sondern mit Knoblauch und Gewürzen gekocht.
  • Kokoras: Hahn in roter Soße oder in Wein geschmort, ein Gericht, auf das die Zakynthier besonders stolz sind.
  • Manestra: eine sehr dicke Ei-Zitronen-Soße aus der Brühe von drei oder vier Fleischsorten, bestreut mit Käse.
  • Sgatzeta: Lamminnereien, in Tomate geschmort oder mit Olivenöl und Oregano.
  • Riganada: ein Bauerngericht aus Zwieback, der mit Wasser und Olivenöl angefeuchtet und mit geriebener Tomate, Prentza-Käse, Kapern und Oregano belegt wird.

Weitere überlieferte Rezepte sind Savouro und Ladokouloura. Beim Brot lohnt die Frage nach Grinias: Es wird aus einer alten Hartweizensorte der Insel gebacken, heute nur noch in wenigen Bäckereien, als dunkles, schweres Sauerteigbrot oder als lockeres Brot mit Kichererbsen-Sauerteig. Zu Weihnachten gibt es die Koulouras, ein Festbrot voller Nüsse und Trockenfrüchte.

Käse: Ladotyri und Prentza

Als König unter den Käsen der Insel gilt der Ladotyri. Er wird aus Schafs- und Ziegenmilch hergestellt, ist sehr scharf und würzig und reift in Olivenöl von der Insel. Bevor er ins Öl kommt, heißt er „Tyri tis tavlas“, Käse vom Brett, denn er reift zunächst auf Holzregalen. Mit Ladotyri bestreut man Sartsa und füllt Milz, Bauchspeck und Huhn.

Prentza ist ein frischer, pfeffriger Käse, den es auch auf Kefalonia gibt. Dazu kommt die weiche Myzithra. Der Schauspieler Alexis Georgoulis isst die Korinthen der Insel am liebsten mit Ladotyri und Prentza.

Süßes: Mandolato, Pasteli und Fytoura

Mandolato

Zu den bekanntesten Süßigkeiten der Insel gehört Mandolato, ein Nougat mit gerösteten Mandeln. Er wird aus Eiweiß, Honig oder Zucker und Mandeln hergestellt, manchmal kommen Pistazien hinzu. Der Mandolato von Zakynthos gilt als der beste Griechenlands. Seinen Ursprung hat das Konfekt in Italien, wo es Mandorlato oder Torrone heißt. Auf der Insel stellen kleine örtliche Betriebe Mandolato und Mandoles nach alter Tradition her.

Hände halten ein Brett mit Scheiben von Mandelnougat, daneben Mandeln
Mandelnougat in Scheiben · Foto: Vladimir Gladkov, Pexels-Lizenz, via Pexels

Mandoles, Pasteli und Fytoura

Mandoles sind karamellisierte Mandeln mit einer Zuckerkruste. Pasteli sind Riegel aus Sesam und Honig, auf Zakynthos auch mit Mandeln und Zimt. Fytoura ist eine feste Grießcreme. Man schneidet sie nach dem Abkühlen in Stücke, frittiert sie und bestreut sie großzügig mit Zimtzucker. Traditionell gibt es sie an Festtagen, vor allem zum Fest des Inselheiligen Agios Dionysios.

Weitere Spezialitäten: Frygania, ein Dessert aus knusprigem Brot in Zimtsirup mit Creme, Sahne und gerösteten Mandeln. Glaounes werden mal als pfannkuchenähnliches Gebäck, mal als eine Art kleiner Zwieback beschrieben. Gewürzt werden sie mit Orangensaft, Zimt, Nelken und Anis, hinein kommen Korinthen. Und der zakynthische Kuchen ist ein Fastengebäck mit Olivenöl und Traubensirup.

Olivenöl von Zakynthos

Olivenöl ist die Grundlage der zakynthischen Küche. Auf der Insel wachsen ausgedehnte Olivenhaine, vor allem mit der Sorte Koroneiki. Das Öl ist unter dem Namen „Zakynthos“ als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) im Register der Europäischen Union eingetragen. Wer Öl als Mitbringsel kauft, achtet auf diese Bezeichnung auf dem Etikett.

Manche Bäume sind sehr alt. Im Askos Stone Park im Norden der Insel stehen Olivenbäume, die über 600 Jahre alt sind. Ein besonders alter Baum steht am Dorfplatz von Exo Chora und gilt als der älteste von Zakynthos.

Dunkle reife Oliven zwischen schmalen Blättern an einem Olivenzweig
Reife Oliven an einem Baum auf Zakynthos · Foto: Raymond Petrik, Pexels-Lizenz, via Pexels

Wein: Verdea und Avgoustiatis

Zakynthos hat eine lange Weintradition, unter Venedig war die Insel ein bedeutender Weinerzeuger. Seit Ende 2010 gibt es die geschützte geografische Angabe „Zakynthos“ für Weine von der ganzen Insel. Die Weinberge müssen höher als 20 Meter liegen.

  • Verdea: der traditionelle Weißwein der Insel. Verdea ist keine Rebsorte, sondern eine überlieferte Weinbezeichnung für Weißwein. Als „Verdea Zakynthou“ ist er eigens geschützt.
  • Avgoustiatis: die typische rote Rebsorte der Insel.
  • Weiße Sorten: Skiadopoulo, Pavlos, Robola und Goustolidi.

Einige Weingüter der Insel kann man besuchen und dort probieren. Fragen lohnt sich auch in den Tavernen nach offenem Wein von der Insel.

Grüne Weinreben vor bewaldeten Hügeln unter blauem Himmel
Weinberg in Griechenland unter blauem Himmel · Foto: Laura Stanley, Pexels-Lizenz, via Pexels

Korinthen, Honig und Früchte

Die schwarzen Korinthen von Zakynthos gehören zu den historischen Exportprodukten der Insel. Unter dem Namen „Stafida Zakynthou“ sind sie als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) eingetragen. Sie geben Süßspeisen und gekochten Gerichten eine süßsaure Note. Dazu kommen duftender Honig, Melonen und Walderdbeeren.

Restaurants und Tavernen auf Zakynthos: Tipps

Für die Inselküche lohnt sich der Weg in die Dörfer. In Machairado etwa empfehlen Reiseführer, in einer der Tavernen am Ort einzukehren. Ein paar Hinweise für die Wahl der Taverne und die Bestellung:

  • Nach den Gerichten des Tages und nach Inselspezialitäten wie Sartsa oder Kokoras fragen.
  • Mehrere Vorspeisen für den Tisch bestellen und teilen, so lernt man mehr Gerichte kennen.
  • Bei frischem Fisch vor der Bestellung den Preis erfragen und sich den Fisch zeigen lassen.
  • Nach Ladotyri, Inselwein und Olivenöl von Zakynthos fragen.
  • Erzeugnisse wie Käse, Öl, Honig und Süßes kauft man in traditionellen Lebensmittelläden, auf Höfen und in Tavernen. In Kiliomenos verkauft eine Frauengenossenschaft Ladotyri, Brot und Gebäck, mehr auf der Seite Agios Leon und Kiliomenos.
Schale mit Tomaten, Zwiebeln, Oliven und einem Stück Feta mit Oregano
Griechischer Salat mit Feta, Tomaten und Oliven · Foto: lukasbieri, Pixabay Content License, via Pixabay

Essenszeiten

Griechen essen im Sommer spät zu Abend. Die Lokale füllen sich erst nach 21 Uhr, Einheimische kommen meist zwischen 21:30 und 22 Uhr. Um 19 Uhr ist es meist noch ruhig. Familien mit kleinen Kindern und ältere Gäste essen früher, eher gegen 20 Uhr. Ein Abendessen dauert oft zwei bis drei Stunden. Auf den Inseln ist das späte Essen im Sommer besonders ausgeprägt. Wer abends in der Stadt essen will, findet Anregungen auf der Seite Zakynthos-Stadt bei Nacht.

Häufige Fragen zum Essen auf Zakynthos

Was isst man typischerweise auf Zakynthos?

Skordostoubi aus Auberginen, Sartsa, Polpetes, Kaninchen und Hahn in roter Soße, dazu den scharfen Ladotyri. Zum Nachtisch Mandolato, Pasteli oder Fytoura.

Was ist Mandolato?

Ein Nougat aus Eiweiß, Honig oder Zucker und gerösteten Mandeln. Er stammt ursprünglich aus Italien und gehört zu den bekanntesten Süßigkeiten von Zakynthos.

Welchen Wein trinkt man auf Zakynthos?

Den weißen Verdea, die traditionelle Weinbezeichnung der Insel, und Rotwein aus der einheimischen Sorte Avgoustiatis.

Wann essen die Griechen zu Abend?

Im Sommer meist zwischen 21:30 und 22 Uhr. Um 19 Uhr ist es in den Tavernen meist noch ruhig.