Auf einen Blick
- Lage: im bergigen Westen und Norden der Insel, rund um den Vrachionas. Sein höchster Punkt liegt bei 756 m.
- Dörfer: Machairado, Lagopodo, Kiliomenos, Agios Leon, Exo Chora, Maries, Anafonitria, Ano Volimes, dazu abseits Loucha, Gyri und Agia Marina.
- Sehenswert: Kirche Agia Mavra in Machairado, Glockenturm von Kiliomenos, Olivenbaum und Brunnen von Exo Chora, Kloster Anafonitria.
- Rundfahrt: das Kernstück von Kiliomenos bis Anafonitria ist rund 15 km lang. Mit Abstechern ein guter Tagesausflug.
- Unterwegs: am besten mit eigenem Fahrzeug. Wasser und Proviant mitnehmen.
Zakynthos hat zwei Gesichter. Im Osten liegen die Ebene, die Stadt und die großen Badeorte. Im Westen und Norden steigt das Land zu einem Bergrücken an, der zur Westküste hin in Steilklippen abbricht. Dort oben liegen die Bergdörfer: kleine Orte aus Stein, umgeben von Olivenhainen, Kiefernwäldern und Hügeln. Viele haben nur ein paar hundert Einwohner, manche nur ein paar Dutzend.

Die Route im Überblick
Eine Strecke führt von Zakynthos-Stadt quer über die Insel nach Machairado und Kiliomenos. Ab dort verläuft die Bergstraße von Süden nach Norden über Agios Leon, Exo Chora und Maries bis Anafonitria. Von Kiliomenos bis Anafonitria sind es rund 15 Kilometer. Hinter Anafonitria geht es weiter nach Volimes, zwischen beiden Dörfern liegt das Kloster Agios Georgios Krimnon.
Zurück fährt man entweder dieselbe Strecke oder von Volimes hinunter an die Nordostküste und dort zurück in die Stadt. Wer Zeit hat, legt Abstecher ein: zu den Buchten unterhalb von Agios Leon, nach Kambi zum Sonnenuntergang oder hinauf nach Loucha und Gyri am Hang des Vrachionas. Eine Tour über die ganze Insel beschreibt der Beitrag Inselrundfahrt mit dem Auto. Für die Strecken ist ein Auto oder Roller am praktischsten, Hinweise dazu stehen auf der Seite Mietwagen, Roller und Quad.

Machairado und Lagopodo
Machairado liegt im Landesinneren, rund 11 Kilometer von der Stadt, und ist mit 912 Einwohnern das größte Dorf an der Route. Der Tourismus hat es kaum verändert. Im Dorf gibt es Tavernen, in denen man gut eine Pause einlegen kann.
Bekannt ist Machairado für die Kirche der Heiligen Timotheos und Mavra, kurz Agia Mavra. Ihr hoher Glockenturm im venezianischen Stil trägt vier Glocken und stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Im Dezember 2005 brannte das Innere der Kirche aus, viele Ikonen und Schätze gingen verloren. Der steinerne Turm blieb unversehrt. Die Kirche bewahrt eine als wundertätig verehrte Ikone der Heiligen Mavra. Der Überlieferung nach fand sie ein Hirte aus dem Nachbardorf Lagopodo in einer kleinen Schlucht. Dreimal nahm er sie mit nach Hause, dreimal kehrte sie an den Fundort zurück. Dort baute man die Kirche.
Das Fest der Heiligen Mavra ist am 3. Mai. Das große Kirchweihfest des Dorfes findet in den ersten Julitagen statt. Eine zweite sehenswerte Kirche ist die Ypapanti aus dem 16. Jahrhundert. Nach den Erdbeben wurde sie so wieder aufgebaut, wie sie 1842 aussah. Innen blieb nur die vergoldete, geschnitzte Ikonenwand erhalten. In der Nähe von Agia Mavra steht außerdem das Kloster Eleftherotria. Lagopodo, mit 478 Einwohnern, schließt direkt südlich an Machairado an.

Kiliomenos und Agios Leon
Kiliomenos, rund 17 Kilometer von der Stadt, gilt als Dorf der Steinmetze. Sein frei stehender, rund 22 Meter hoher Glockenturm wurde zwischen 1893 und 1900 gebaut und trägt an der Spitze rätselhafte Zeichen. Wenige Kilometer weiter liegt Agios Leon, benannt nach seiner Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Von hier führen Straßen hinunter zu den Felsbuchten Porto Limnionas und Porto Roxa. Beide Dörfer stellt die Seite Agios Leon und Kiliomenos ausführlich vor, die Bucht die Seite Porto Limnionas.
Exo Chora und Maries
In Exo Chora steht am Dorfplatz ein Olivenbaum, der als ältester der Insel gilt. Dahinter liegen 33 Brunnen, die Familien des Dorfes Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut haben. Zur Ortsgemeinschaft gehört Kambi, ein Weiler an der Klippe, beliebt zum Sonnenuntergang. Mehr dazu auf der Seite Exo Chora.
Maries, rund 26 Kilometer von der Stadt, liegt auf einem grünen Hügel. Das Dorf hat 356 Einwohner, traditionelle Steinhäuser und schmale Gassen. Vom Platz blickt man auf das Ionische Meer. Im Ort fällt die Kirche der Agia Maria auf, ein Bau aus dem 15. Jahrhundert. In der Nähe liegt die Bucht Porto Vromi, von der Boote zum Navagio fahren. Auch die Bucht Stenitis erreicht man von Maries aus.

Anafonitria und Ano Volimes
Anafonitria liegt im Nordwesten in einem Kiefernwald. Am Ortsrand steht das Kloster der Panagia Anafonitria aus dem 15. Jahrhundert, eines der wichtigsten religiösen Denkmäler der Insel. Hier soll der Inselheilige Dionysios als Mönch gelebt haben. Mehr dazu auf der Seite Kloster Anafonitria. Von Anafonitria führt eine Straße zum Aussichtspunkt über dem Navagio-Strand.
Im Norden liegen Ano Volimes und Volimes. Volimes gilt als das größte Bergdorf der Insel, sein Gebiet reicht vom Gipfel des Vrachionas bis an die Nordküste. Die ältesten Häuser stehen in Ano und Kato Volimes. Ano Volimes hat 204 Einwohner, mit den zugehörigen Weilern 322. Mehr zum Ort steht auf der Seite Volimes.
Abseits der Route: Loucha, Gyri und Agia Marina
Am Fuß des Vrachionas, etwas abseits der Hauptstraße, liegen einige sehr kleine Bergdörfer. Loucha, rund 19 Kilometer von der Stadt, gehört zu den am höchsten gelegenen Orten der Insel und liegt auf rund 480 Metern. Es zählt 44 Einwohner. Einige Häuser stammen aus dem 15. Jahrhundert. Das Nachbardorf Gyri, mit 29 Einwohnern, wurde im 15. Jahrhundert gegründet und zählt zu den ältesten Dörfern der Insel. Loucha und Gyri gehören zu den Orten, die die Erdbeben von 1953 überstanden. Ihre engen Gassen und alten Häuser zeigen, wie die Bergdörfer früher aussahen.
In Agia Marina liegt das Naturkundemuseum Chelmis. Seine Dauerausstellung umfasst rund 6.000 Stücke zur Natur der Insel und aus fünf Kontinenten: Tiere und Vögel, Meerestiere bis hin zur Unechten Karettschildkröte, Versteinerungen, Mineralien und eine große Schmetterlingssammlung. Öffnungszeiten vorher erfragen.
Auf den Vrachionas wandern
Der Vrachionas ist der höchste Berg von Zakynthos. Er hat zwei fast gleich hohe Gipfel, der höhere misst 756 Meter, der andere 737 Meter. Ausgangspunkt für den Aufstieg ist Loucha. Der Weg folgt zunächst der Asphaltstraße Richtung Gyri und dann breiten Schotterwegen. Rund 280 Höhenmeter sind zu überwinden. Für den Aufstieg rechnet man etwa eine Stunde, für den Abstieg auf demselben Weg ebenso lange. Der Weg ist technisch leicht, aber fast ohne Schatten. Im Sommer früh starten und reichlich Wasser mitnehmen, unterwegs gibt es nichts zu kaufen. Weitere Touren stehen auf der Seite Wandern auf Zakynthos.

Tipps für die Rundfahrt
- Früh losfahren. Dann bleibt Zeit für Pausen in den Dörfern und für einen Badestopp an der Westküste.
- Die Straßen sind kurvig und in den Ortsdurchfahrten eng. Langsam fahren und mit Gegenverkehr rechnen.
- Tanken, bevor es in die Berge geht.
- Kirchen sind Gotteshäuser. Schultern und Knie bedecken, beim Gottesdienst nicht fotografieren.
- In Machairado wird das Kirchweihfest Anfang Juli gefeiert.
Einen Überblick über alle Orte der Insel gibt die Seite Orte auf Zakynthos, die Lage auf der Insel zeigt die Karte.
Häufige Fragen zu den Bergdörfern
Welche Bergdörfer auf Zakynthos lohnen sich am meisten?
Für einen ersten Besuch eignen sich Machairado mit Agia Mavra, Kiliomenos mit seinem Glockenturm, Exo Chora mit dem alten Olivenbaum und Anafonitria mit dem Kloster. Sie liegen alle an derselben Strecke.
Wie lange dauert eine Rundfahrt durch die Bergdörfer?
Mit Pausen, Kirchenbesuchen und einem Badestopp sollte man einen ganzen Tag einplanen. Das Kernstück von Kiliomenos bis Anafonitria ist nur rund 15 Kilometer lang, die Straße aber kurvig.
Wie hoch ist der höchste Berg von Zakynthos?
Der Vrachionas erreicht 756 Meter. Von Loucha aus ist der Gipfel in etwa einer Stunde zu Fuß erreichbar.
Quellen
- ELSTAT: Volkszählung 2021, Siedlungsebene (ΦΕΚ Β‘ 2090/2024)
- autotriti.gr: Κάνετε περιηγήσεις στην ενδοχώρα (05.07.2018)
- autotriti.gr, Thodoris Athanasiadis: Route Kiliomeno – Agios Leon – Exo Chora – Maries – Anafonitria (10.05.2016)
- travel.gr, Vali Vaimaki: Τα κορυφαία αξιοθέατα στη Ζάκυνθο (25.05.2025)
- Orthodoxia News Agency: Agia Mavra in Machairado (21.04.2024)
- John Sanidopoulos: Miraculous Icon of St. Mavra in Zakynthos (Mai 2010)
- Flughafen Zakynthos, Bordmagazin S. 65: Dörfer der Insel
- Zanteisland: Shipwreck and the west coast
- Greeka: Zakynthos Villages
- Greeka: Maherado
- Greeka: Maries
- Athens Voice: Η Ζάκυνθος του Αλέξη Γεωργούλη (16.07.2021)
- Höhenrausch: Vrachionas
- Wikipedia: Zakynthos
- Discover Greece: Ζάκυνθος