Exo Chora

Auf einen Blick

  • Lage: Bergdorf im Nordwesten der Insel, nahe der Westküste, rund 24 km von Zakynthos-Stadt. Maries liegt etwa 2 km nördlich.
  • Einwohner: 102 im Dorf, 148 in der Ortsgemeinschaft mit Kambi (2021).
  • Bekannt für: den uralten Olivenbaum am Dorfplatz und 33 Brunnen, die Familien des Dorfes Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut haben.
  • Sehenswert: Kirche Agios Nikolaos aus dem 17. Jahrhundert, Gassen hinter der Kirche, kleiner venezianischer Turm über der Küste.
  • Gut kombinierbar: mit Kambi, Agios Leon, Maries und Anafonitria auf einer Fahrt durch die Bergdörfer.

Exo Chora ist ein kleines Bergdorf im Nordwesten von Zakynthos, nicht weit von der Steilküste. Es gehört zu den wenigen Dörfern der Insel, die ihr traditionelles Gepräge und ihre alte Anlage bewahrt haben. Berühmt ist es für einen einzigen Baum: Am Dorfplatz steht ein Olivenbaum, dessen knorriger Stamm wie eine Skulptur aussieht. Er gilt als der älteste der Insel. Die Bergstraße zwischen Kiliomenos und Anafonitria führt durch das Dorf.

Olivenbäume über einer Steinmauer mit Geranientöpfen in Exo Chora auf Zakynthos
Alte Olivenbäume und Blumen in Exo Chora · Foto: Kell Kell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Lage und Anfahrt

Exo Chora liegt im Gemeindebezirk Elatia, rund 24 Kilometer von Zakynthos-Stadt entfernt. Die Straße führt von Osten hinauf in die Berge und führt dann auf der Westseite von Süden nach Norden durch eine Kette kleiner Dörfer: Kiliomenos, Agios Leon, Exo Chora, Maries und Anafonitria. Dieses Stück zwischen Kiliomenos und Anafonitria ist rund 15 Kilometer lang. Das Nachbardorf Maries liegt etwa zwei Kilometer nördlich, Agios Leon im Süden.

Für die Fahrt in die Bergdörfer braucht man ein eigenes Fahrzeug. Wer ein Auto oder einen Roller mieten will, findet Hinweise auf der Seite Mietwagen, Roller und Quad. Wie die Dörfer zueinander liegen, zeigt die Seite Bergdörfer auf Zakynthos.

Der alte Olivenbaum

Der Olivenbaum ist das Wahrzeichen von Exo Chora. Er steht im Ortskern am Platz, sein Stamm ist mächtig und eigenwillig geformt. Sein Alter wird je nach Quelle mit über 1.000 bis rund 2.000 Jahren angegeben. Er gilt als der älteste Baum seiner Art auf Zakynthos. Die Katzen des Dorfes nutzen den Stamm gern als Kratzbaum.

Gleich daneben steht eine gut hundert Jahre alte Platane. Die beiden großen Bäume machen den Platz zum Treffpunkt des Dorfes. Rundherum gibt es ein Café, eine Taverne und kleine Läden mit Andenken und Erzeugnissen der Insel. Man kann sich in den Schatten setzen und das Dorfleben beobachten.

Die 33 Brunnen der Familien

Hinter dem Olivenbaum, nur ein paar Meter weiter zwischen den Olivenhainen, liegen die Brunnen von Exo Chora. Es sind 33 Stück, gebaut in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Jeder Brunnen gehört einer Familie des Dorfes und versorgte sie mit Wasser. Die Gemeinde nennt für das ganze Dorf sogar 115 Brunnen und 40 Zisternen.

Außerhalb des Dorfes gibt es außerdem einen natürlichen Schacht, mehr als 30 Meter tief und von senkrechten Felswänden umschlossen. Wie er entstanden ist, darüber gehen die Meinungen der Bewohner auseinander: Die einen sprechen von einem Meteoriten, die anderen von einer eingestürzten Höhlendecke.

Verwittertes zweistöckiges Steinhaus in Exo Chora
Altes Steinhaus in Exo Chora · Foto: Kell Kell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Dorfbild und Kirche Agios Nikolaos

Wie stark das Erdbeben von 1953 das Dorf getroffen hat, wird unterschiedlich beschrieben. Nach Angaben der Gemeinde blieben viele Häuser aus der Zeit vor dem Beben erhalten. Andere Darstellungen sprechen davon, dass nur einige alte Häuser und Kirchen überstanden und viele Steinhäuser eingestürzt sind und seither verlassen stehen. Von der Kirche zweigen die Gassen des alten Ortskerns ab. Wer hindurchgeht, kann sich vorstellen, wie das Dorf vor dem Beben ausgesehen hat.

Zu den Bauten, die das Beben überstanden haben, gehört die Pfarrkirche Agios Nikolaos aus dem 17. Jahrhundert. Sie bewahrt eine bemerkenswerte Ikone. Geöffnet ist sie zum Gottesdienst am zweiten und vierten Sonntag im Monat. Wer sie innen sehen will, plant den Besuch am besten auf einen dieser Sonntage.

Zweistöckiges rot verputztes Haus mit Fensterläden und Blumentöpfen in Exo Chora
Rot verputztes Haus in Exo Chora · Foto: Hanc Tomasz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der venezianische Turm

Von Exo Chora führt ein Feldweg Richtung Küste. Er endet an einem kleinen Turm aus venezianischer Zeit, der heute noch gut erhalten ist. Von dort überblickt man einen großen Teil der Westküste. Der Weg ist unbefestigt. Mit einem normalen Mietwagen fährt man vorsichtig oder geht das letzte Stück zu Fuß. Festes Schuhwerk, Wasser und im Sommer ein Sonnenschutz gehören ins Gepäck.

Kambi: der Ortsteil an der Klippe

Zur Ortsgemeinschaft Exo Chora gehört auch Kambi, ein Weiler mit 46 Einwohnern. Er liegt südlich von Exo Chora zwischen Olivenhainen und Weinbergen und steht an der Kante der Steilküste über der Bucht von Schiza. Kambi gilt als einer der besten Orte der Insel, um den Sonnenuntergang zu sehen. Über dem Meer steht dort ein großes Kreuz, das an die Toten des griechischen Bürgerkriegs erinnert. Bei Kambi wurden außerdem Gräber aus mykenischer Zeit gefunden.

Ein guter Plan für einen Nachmittag: zuerst Exo Chora mit dem Olivenbaum und den Brunnen, dann hinüber nach Kambi zum Sonnenuntergang. Wer früh dran ist, fährt vorher zur Felsbucht Porto Limnionas unterhalb von Agios Leon zum Baden.

Weiße Kalkklippen und tiefblaues Meer an der Westküste bei Kambi
Die Steilküste bei Kambi im Westen von Zakynthos · Foto: Michal M, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Exo Chora auf einer Rundfahrt

Exo Chora lässt sich gut mit den Nachbardörfern verbinden. Im Süden liegen Agios Leon und Kiliomenos mit dem auffälligen Glockenturm. Im Norden folgen Maries, von wo man zur Bucht Porto Vromi hinunterfährt, und Anafonitria mit dem Kloster Anafonitria und dem Weg zum Aussichtspunkt über dem Navagio-Strand. Weiter nördlich liegt Volimes. Wer früh startet, schafft diese Dörfer an einem Tag.

Praktische Tipps

  • Das Auto möglichst am Ortsrand abstellen und die paar Schritte zum Platz zu Fuß gehen.
  • Für den Besuch der Kirche Schultern und Knie bedeckt halten.
  • Die Brunnen und Gärten sind Privatbesitz. Nicht über Mauern steigen und Deckel nicht öffnen.
  • Wer bis zum Sonnenuntergang in Kambi bleibt, packt für den Rückweg eine leichte Jacke ein.

Häufige Fragen zu Exo Chora

Wie alt ist der Olivenbaum von Exo Chora?

Die Angaben reichen je nach Quelle von über 1.000 bis rund 2.000 Jahren. Er gilt als der älteste Olivenbaum auf Zakynthos.

Was ist das Besondere an den Brunnen?

Es sind 33 Brunnen auf engem Raum, gebaut Anfang des 20. Jahrhunderts. Jeder gehört einer Familie des Dorfes und diente ihr als eigene Wasserstelle.

Wie weit ist Exo Chora von Zakynthos-Stadt entfernt?

Rund 24 Kilometer über die Berge.