Kloster Anafonitria

Auf einen Blick

  • Lage: Nordwesten von Zakynthos, im Kiefernwald gut einen halben Kilometer südwestlich des Dorfes Anafonitria. Rund 30 Kilometer Straße von Zakynthos-Stadt.
  • Gründung: nicht sicher datiert, die Angaben reichen vom 13. bis zum 15. Jahrhundert.
  • Bekannt für: den Inselheiligen Dionysios, der hier seine letzten Jahre verbrachte, und die Ikone der Panagia Anafonitria.
  • Zu sehen: Wehrturm am Eingang, dreischiffige Basilika mit Holzdach, Wandmalereien und Ikonen.
  • In der Nähe: Kloster Agios Georgios Krimnon, die Aussicht über Navagio und die Bucht Porto Vromi.

Das Kloster Anafonitria gilt als das bedeutendste religiöse Denkmal von Zakynthos. Es liegt im bergigen Nordwesten der Insel, versteckt in einem Kiefernwald, und ist eng mit dem Inselheiligen Dionysios verbunden. Hier verbrachte er seine letzten Jahre, hier kamen die Menschen zu ihm, um zu beichten. Jedes Jahr besuchen Tausende Pilger das Kloster. Für Urlauber liegt es günstig: Die Aussicht über die Schmugglerbucht Navagio und die Bucht Porto Vromi sind nur wenige Kilometer entfernt. Die Seite Volimes und der Norden stellt die Umgebung vor, hier geht es um das Kloster selbst.

Steinerner Wehrturm mit Glockenöffnungen über dem Eingang des Klosters Anafonitria, davor alte Säulen
Der Wehrturm am Eingang des Klosters Anafonitria · Foto: Hanc Tomasz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Lage im Kiefernwald

Das Dorf Anafonitria liegt auf 340 Metern Höhe im Nordwesten der Insel. Bis 1915 hieß es Plemonari, seinen heutigen Namen hat es vom Kloster. Das Kloster selbst steht etwas außerhalb, gut einen halben Kilometer südwestlich des Dorfkerns, im Kiefernwald der Gegend von Plemonari. Von Zakynthos-Stadt sind es auf der Straße knapp 30 Kilometer, mit dem Auto gut eine halbe Stunde. Die Strecke führt durch die Dörfer der Inselmitte, etwa über Macherado.

Geschichte des Klosters

Wann Anafonitria gegründet wurde, ist nicht sicher bekannt. Die Region Ionische Inseln führt die Gründung der Kirche auf das 13. Jahrhundert zurück, die École française d’Athènes datiert die Basilika ins 14. Jahrhundert, griechische Reisemagazine nennen das 15. Jahrhundert. Nach der Darstellung der Region gründete wahrscheinlich Leonardo III. Tocco, Graf von Kefalonia und Zakynthos, im 15. Jahrhundert das Kloster. Ende des 15. Jahrhunderts blühte es auf.

1534 machten der Priestermönch I. Rosanos und der Mönch A. Vlachos das Kloster zu einer Bruderschaft. Von da an vergab Venedig es samt seinem großen Grundbesitz als Patronatsrecht an angesehene Personen. 1568 erhielt es Dionysios Sigouros, der spätere Inselheilige. Schon bevor Dionysios ins Kloster kam, waren viele wertvolle Stücke des Klosterschatzes verloren, entwendet von Fremden wie Einheimischen. 1669 wurde das Kloster erneuert, nach zwei Erlassen des venezianischen Admirals Francesco Morosini.

Der heilige Dionysios in Anafonitria

Dionysios, 1547 auf Zakynthos geboren, war Mönch und Abt im Kloster auf den Strofaden und von 1577 bis 1579 Bischof von Ägina. Nach seiner Rückkehr auf die Insel zog er sich in das Kloster der Gottesmutter von Anafonitria zurück. Dort lebte er asketisch, predigte und half den Menschen der Gegend. Viele kamen, um bei ihm zu beichten und sich Rat zu holen. Er starb am 17. Dezember 1622 und wurde auf eigenen Wunsch auf den Strofaden begraben.

Mit Anafonitria verbindet sich auch die bekannteste Geschichte über ihn. Nach der Darstellung der Region Ionische Inseln war Dionysios hier Abt, als 1580 der Mörder seines Bruders Konstantinos im Kloster Zuflucht suchte. Dionysios vergab ihm und rettete ihn vor seinen Verfolgern. Daher heißt er auf Zakynthos der „Heilige der Vergebung“. Andere Lebensbeschreibungen erzählen die Begegnung ohne Ortsangabe, sie beruht auf mündlicher Überlieferung. Alles zum Heiligen und zu seiner Kirche in der Stadt steht auf der Seite Agios Dionysios.

Reihe alter Steinsäulen unter Weinlaub im Hof des Klosters Anafonitria
Alte Säulen und Weinlaub im Klosterhof · Foto: Tony Hisgett from Birmingham, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Turm, Kirche und Ikonen

Der Wehrturm

Man betritt das Kloster durch einen überdachten Durchgang aus Stein. Daran schließt ein viereckiger Wehrturm an. Er besteht aus zwei Teilen: Der untere hat schräge Wände, der obere steigt senkrecht auf und hat sechs Öffnungen. Heute hängen oben die Glocken. Wie das benachbarte Kloster Krimnon, dessen Turm 1561 ein Piratenangriff zerstörte, war auch Anafonitria als befestigte Anlage gebaut.

Die Klosterkirche

Innerhalb der Mauern steht eine dreischiffige Basilika mit Holzdach. Sie endet in einer halbrunden Apsis. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut. Erhalten sind Wandmalereien aus der ersten Bauphase und solche aus dem 17. Jahrhundert, wahrscheinlich aus der Zeit der Erneuerung 1669. Fresken schmücken das Mittelschiff und den Altarraum.

Die heutige hölzerne Bilderwand trägt sechs Ikonen, darunter eine Krönung Mariens durch Christus aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert und eine Versammlung der Erzengel. Bei Restaurierungsarbeiten an der Bilderwand kamen Reste einer älteren Ikonostase zum Vorschein. Einige der heutigen Ikonen stammen vermutlich von dieser.

Die Ikone der Panagia Anafonitria

Ziel der Pilger ist die wundertätige Ikone der Gottesmutter Anafonitria. Sie ist byzantinischer Herkunft und kam nach der Überlieferung nach der Eroberung Konstantinopels 1453 in das Kloster.

Schattiger Weg unter einer Weinlaube entlang einer efeubewachsenen Mauer im Kloster Anafonitria
Weinlaube über einem Weg im Kloster Anafonitria · Foto: Tony Hisgett from Birmingham, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Restaurierung der Wandmalereien

2020 nahm die Region Ionische Inseln die Restaurierung der Wandmalereien in ihr Förderprogramm auf, mit einem Budget von 140.000 Euro. Das Projekt umfasst die Fresken im Altarraum, an den Bögen und teilweise an Pfeilern und Wänden, zusammen nicht mehr als 80 Quadratmeter.

Besuch und Kombination mit Navagio und Porto Vromi

Anafonitria lässt sich gut mit den Zielen im Nordwesten verbinden. Die Entfernungen auf der Straße ab dem Kloster:

ZielStraße ab KlosterMehr dazu
Kloster Agios Georgios Krimnonrund 3 kmKlöster auf Zakynthos
Aussicht über Navagiorund 4,5 kmNavagio
Porto Vromirund 11 kmPorto Vromi
Zakynthos-Stadtknapp 30 kmZakynthos-Stadt

Wer von Anafonitria Richtung Volimes fährt, kommt am Kloster Agios Georgios Krimnon vorbei, kurz danach zweigt die Straße zum Parkplatz an der Navagio-Aussicht ab. Hinunter nach Porto Vromi führt eine der beiden Zufahrtsstraßen ab Anafonitria. So ergibt sich eine Runde: vormittags das Kloster, danach die Aussicht und am Nachmittag baden in Porto Vromi.

Braunes Holztor in einem steinernen Rundbogen
Altes Holztor in einer Steinmauer des Klosters · Foto: Tony Hisgett from Birmingham, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Das Kloster ist ein Ort des Gebets und ein Pilgerziel. Wer hineingeht, bedeckt Schultern und Knie, verhält sich ruhig und fragt, bevor in Innenräumen fotografiert wird. Öffnungszeiten erfragt man am besten vor Ort. Ein eigenes Fahrzeug ist am praktischsten, Hinweise auf der Seite Mietwagen, Roller und Quad. Mit dem Linienbus kommt man nur in die Nähe: Im Sommer 2026 (29. Juni bis 2. August) fuhr die KTEL-Linie Agios Nikolaos – Volimes zweimal täglich ab dem Solomos-Platz, um 8:15 und 18:15 Uhr, für 7,00 €. Von Volimes bis zum Kloster sind es noch rund 6 Kilometer Straße.

Häufige Fragen

Wie alt ist das Kloster Anafonitria?

Das genaue Gründungsjahr ist unbekannt. Die Angaben reichen vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Ende des 15. Jahrhunderts blühte das Kloster, 1669 wurde es erneuert.

Was hat der heilige Dionysios mit Anafonitria zu tun?

Der Inselheilige verbrachte seine letzten Jahre im Kloster, nahm Beichten ab und gab Rat. Nach der Überlieferung vergab er hier dem Mörder seines Bruders.

Wie weit ist es von Anafonitria nach Navagio?

Vom Kloster bis zur Aussicht über der Bucht sind es auf der Straße rund 4,5 Kilometer. Was dort 2026 gilt, steht auf der Seite Navagio.