Kirche des Agios Dionysios

Auf einen Blick

  • Lage: am Hafen von Zakynthos-Stadt, im Viertel Ammos, an der Lombardou-Straße.
  • Bedeutung: Kirche des Inselheiligen und Zentrum des religiösen Lebens der Insel, daneben das Kloster der Strofaden und des Agios Dionysios.
  • Reliquien: der Leib des Heiligen in einem silbernen Schrein von 1829.
  • Glockenturm: rund 40 Meter hoch, vom Hafen aus weithin sichtbar.
  • Feste: 24. August und 17. Dezember, jeweils drei Tage (23. bis 26. August, 16. bis 19. Dezember).
  • Museum: Kirchenmuseum im Klosterflügel neben der Kirche.

Wer mit der Fähre ankommt, sieht vom Schiff aus den hohen Glockenturm am Hafen. Er gehört zur Kirche des Agios Dionysios, des Schutzheiligen der Insel. Hier liegt sein Leib in einem silbernen Schrein, hier beginnen zweimal im Jahr die großen Prozessionen. Diese Seite erzählt das Leben des Heiligen, die Geschichte des Baus und was man im Inneren und im Kirchenmuseum sieht.

Glockenturm und Kirche des Agios Dionysios hinter dem Hafenbecken mit Fischerbooten
Die Kirche des Agios Dionysios mit Glockenturm am Hafen · Foto: Σαλαμούρας Σπ / Σαλαμούρας Σπύρος at Greek Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Inselheilige: das Leben des Dionysios

Dionysios wurde 1547 im Aigialos geboren, der Küstensiedlung unterhalb der Burg, aus der die heutige Stadt wurde. Sein weltlicher Name war Gradenigos Sigouros, in manchen Quellen auch Draganigos. Die Familie war wohlhabend, besaß viel Land und stammte aus Westeuropa. Der Vater hieß Moukios, die Mutter Paulina, dazu kamen die Geschwister Konstantinos und Sigoura. Der Junge lernte Griechisch und Italienisch, dazu Altgriechisch und Latein.

Nach dem Tod der Eltern, mit etwa 20 Jahren, überließ er sein Vermögen dem Bruder und trat in das Kloster auf den Strofaden ein, kleinen Inseln südlich von Zakynthos. Als Mönch trug er den Namen Daniel. Nach zwei Jahren wurde er Abt, ein Jahr später weihte ihn Bischof Theophilos von Kefalonia und Zakynthos zum Priester. 1577 wollte er ins Heilige Land reisen. In Athen beeindruckte er Bischof Nikanor so sehr, dass dieser ihn mit Zustimmung des Patriarchen Jeremias zum Bischof von Ägina machen ließ. Von da an hieß er Dionysios.

1579 trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück und kehrte nach Zakynthos zurück. Dort wirkte er zunächst als Hilfsbischof, verzichtete aber auch auf dieses Amt, um Streit zu vermeiden. Seine letzten Jahre verbrachte er im Kloster der Panagia Anafonitria im Nordwesten der Insel. Viele Menschen kamen zu ihm, um zu beichten und sich Rat zu holen. Mehr dazu auf der Seite Kloster Anafonitria.

Der Heilige der Vergebung

Auf Zakynthos heißt Dionysios der „Heilige der Vergebung“. Die Inselüberlieferung erzählt: Die Familien Sigouros und Mondinos waren verfeindet, bei einem Streit wurde sein Bruder Konstantinos getötet. Der Täter suchte Zuflucht im Kloster, ohne zu wissen, dass der Abt der Bruder des Toten war. Als er gestand, wen er getötet hatte, versteckte Dionysios ihn trotzdem und half ihm zur Flucht. Schriftliche Belege dafür gibt es keine, die Geschichte lebt in der mündlichen Überlieferung.

Tod, Strofaden und Heiligsprechung

Dionysios starb am 17. Dezember 1622 im Alter von 75 Jahren. Auf eigenen Wunsch wurde er in der Kirche Agios Georgios auf den Strofaden begraben, auf der Insel Stamfani, wo er zum Priester geweiht worden war. Drei Jahre später fand man seinen Leib bei der Öffnung des Grabes unverwest. 1703 erkannte ihn das Ökumenische Patriarchat offiziell als Heiligen an, auf der Insel wurde er schon lange vorher verehrt. Nach einem türkischen Überfall auf die Strofaden im 18. Jahrhundert, bei dem die Angreifer dem Leichnam die Hände abtrennten, kam der Leib nach Zakynthos. Die rechte Hand wird im Kloster Simonos Petra auf dem Athos aufbewahrt, ein Teil der Hand im Kloster Panachrantou auf Andros. Zusammen mit Spyridon auf Korfu und Gerasimos auf Kefalonia gehört Dionysios zu den drei Heiligen der Ionischen Inseln, deren Leib unverwest erhalten ist.

Bau, Erdbeben und Wiederaufbau

Zusammen mit der Kirche bildet das Kloster der Strofaden das Zentrum des religiösen Lebens der Insel. Der Klosterkomplex wurde 1717 von den gleichnamigen Inseln hierher verlegt. Die erste Kirche wurde 1708 gegründet und 1764 fertig. Das große Erdbeben von 1893 zerstörte sie. 1900 bildete sich ein Komitee für den Neubau. Die Pläne lieferte der Architekt Anastasios Orlandos. Der Grundstein wurde 1925 gelegt, gebaut wurde ab 1931. Eingeweiht wurde die Kirche 1948. Dank ihrer erdbebensicheren Bauweise überstand sie das verheerende Beben von 1953.

Große Basilika aus hellbraunem Stein mit Rundbogenfenstern, die Kirche des Agios Dionysios
Die Kirche des Agios Dionysios, Außenansicht · Foto: Maesi64, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Der Glockenturm, rund 40 Meter hoch, kam später hinzu. Wer mit der Fähre ankommt oder abfährt, hat ihn lange im Blick. Im Jahr 2000 wurde nebenan der neue Flügel des Klosters eingeweiht, mit modernen Räumen, dem Museum mit Sakristei und einer Werkstatt zur Restaurierung von Ikonen.

Hoher weißer Glockenturm mit roter Spitze vor dem Klostergebäude am Hafen von Zakynthos-Stadt
Glockenturm und Klostergebäude, vom Hafen aus gesehen · Foto: Christaras A, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Im Inneren: Schrein, Ikonen und Wandbilder

Die Kirche ist eine große dreischiffige Basilika mit erhöhtem Mittelschiff. Es ruht auf vierzehn Marmorpfeilern mit korinthischen Kapitellen. Die wichtigsten Stücke:

  • Der Reliquienschrein: aus Silber getrieben, 1829 vom Silberschmied Georgios Diamantis Bafas aus dem Epirus. Er steht im „Zimmer des Heiligen“, einem geschnitzten und vergoldeten Gehäuse.
  • Die Ikonen der Bilderwand: mit Silber beschlagen, ebenfalls von Bafas aus dem Jahr 1829.
  • Das Prozessionsbild: das berühmte Gemälde der Litanei des Heiligen, 1766 vom Priester Nikolaos Koutouzis gemalt.
  • Die Wandmalereien: Szenen aus dem Leben des Heiligen, gemalt von Nikolaos Stratoulis, Dionysios Andravidiotis, Ioannis Karousos, Charalambos Giatras und Ioannis Tsolakos.
Silberner Reliquienschrein in einem vergoldeten, geschnitzten Gehäuse in der Kirche Agios Dionysios
Der silberne Reliquienschrein im „Zimmer des Heiligen“ · Foto: Maesi64, CC0, via Wikimedia Commons

Die Feste am 24. August und 17. Dezember

Die Kirche feiert zweimal im Jahr. Am 24. August erinnert sie an die Überführung des Leibes von den Strofaden nach Zakynthos, am 17. Dezember an den Todestag des Heiligen. Beide Feste dauern drei Tage, vom 23. bis 26. August und vom 16. bis 19. Dezember. In dieser Zeit steht der Leib des Heiligen aufrecht zur Verehrung. Höhepunkt ist jeweils die Litanei, die Prozession mit dem Leib des Heiligen durch die Stadt. Tausende Einheimische und Besucher kommen dafür in die Stadt.

Zwei Beispiele aus dem Jahr 2025: Am Nachmittag des 24. August zog die Prozession von der Kirche über die Alexandrou Roma zum Solomos-Platz und über die Lombardou zurück, begleitet von den Philharmonien und Chören der Insel. Am 17. Dezember folgte die Litanei am Vormittag auf den Festgottesdienst. Die Uhrzeiten wechseln, wer dabei sein will, fragt vor Ort nach.

Auch an Weihnachten, an Theophanie und an Ostern wird der Heilige „an seine Tür“ gestellt. An Weihnachten geschieht das gegen 4 Uhr morgens, nach dem nächtlichen Gottesdienst: Drei Kanonenschüsse und das Geläut des Glockenturms kündigen das an. Nach den Worten des Volkskundlers Dionysis Flemotomos erfährt die Insel so, dass ihr Schutzpatron aufrecht mitfeiert.

Das Kirchenmuseum

Im neuen Flügel des Klosters neben der Kirche liegt das Museum. Es bewahrt Kunstwerke, Reliquien, Handschriften und seltene Drucke, die aus dem Kloster auf den Strofaden stammen. Zu sehen sind unter anderem:

  • vier Gemälde von Nikolaos Koutouzis aus dem 18. Jahrhundert,
  • die Ikone der Panagia „Thalassomachousa“ byzantinischer Herkunft,
  • ein kunstvoll gearbeitetes Evangeliar von Georgios Diamantis Bafas aus dem Jahr 1812,
  • Handschriften und seltene Drucke vom frühen 16. Jahrhundert bis heute.

Die Öffnungszeiten von Kirche und Museum erfragt man am besten direkt vor Ort. Für das Kloster auf den Strofaden selbst, eine burgartige Anlage, sind 14,5 Millionen Euro zur Restaurierung vorgesehen. Im Oktober 2021 liefen die Vorarbeiten. Mehr zu den Klöstern der Insel steht auf der Seite Klöster auf Zakynthos.

Besuch

Die Kirche ist ein Ort des Gebets, kein Museum. Wer hineingeht, kleidet sich so, dass Schultern und Knie bedeckt sind, und nimmt Rücksicht auf Gläubige und Gottesdienste. An den Festtagen ist die Stadt voll, wer nur die Kirche ansehen will, kommt besser an einem gewöhnlichen Tag. Vom Solomos-Platz ist es nicht weit: Die Prozessionen ziehen auf genau diesem Weg zwischen Platz und Kirche. Mehr zur Stadt auf der Seite Zakynthos-Stadt, die Museen am Solomos- und am Markusplatz auf der Seite Museen in Zakynthos-Stadt.

Häufige Fragen

Wann feiert Zakynthos seinen Schutzheiligen?

Am 24. August, zur Erinnerung an die Überführung des Leibes von den Strofaden, und am 17. Dezember, dem Todestag. Die Feiern dauern jeweils drei Tage, mit einer großen Prozession durch die Stadt.

Wann wurde die heutige Kirche gebaut?

Die erste Kirche entstand zwischen 1708 und 1764 und wurde 1893 durch ein Erdbeben zerstört. Der heutige Bau nach Plänen von Anastasios Orlandos wurde 1925 gegründet, ab 1931 gebaut und 1948 eingeweiht. Das Erdbeben von 1953 überstand er.

Wo liegt der Heilige begraben?

Begraben wurde er 1622 auf den Strofaden. Heute liegt sein Leib im silbernen Schrein in der Kirche am Hafen von Zakynthos-Stadt.