Bochali und die venezianische Burg

Auf einen Blick

  • Lage: Hügel direkt über Zakynthos-Stadt. Mit dem Auto sind es vom Solomos-Platz rund drei Kilometer bis zur Burg.
  • Burg: venezianische Festung, die heutigen Mauern wurden 1646 fertig. Eingang an der Bastion Tre Porte im Norden.
  • Öffnungszeiten: im Sommer Mittwoch bis Montag 8:30 bis 15:30 Uhr, Dienstag geschlossen (Stand Oktober 2026).
  • Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €.
  • Aussicht: über die Stadt, den Hafen und das Ionische Meer.

Wer mit der Fähre in Zakynthos ankommt, sieht zuerst den Hafen und darüber, auf dem Hügel, die Burg von Bochali. Bochali ist das Viertel oberhalb der Stadt, über dem die alte venezianische Festung thront. Hinter ihren Mauern lag über Jahrhunderte die eigentliche Stadt der Insel, mit Verwaltung, Kirchen und Kasernen. Heute ist das Gelände ein archäologischer Ort des Kulturministeriums: Mauern, Bastionen und Kirchenruinen, dazu der Blick hinunter auf den Hafen. Diese Seite beschreibt die Geschichte der Burg, was man innen sieht, die Öffnungszeiten und den Weg hinauf.

Blick von einem bewaldeten Hang über die Dächer von Zakynthos-Stadt auf Hafen und Bucht, dahinter der Berg Skopos
Blick von oben auf Zakynthos-Stadt, den Hafen und den Skopos · Foto: Mrcsifkin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Lage und Weg hinauf

Der Burghügel liegt am Nordrand von Zakynthos-Stadt. Die Straße führt vom Zentrum hinauf: Vom Solomos-Platz sind es mit dem Auto rund 2,4 Kilometer bis Bochali und dann noch gut 500 Meter bis zum Burgtor. Wer kein eigenes Fahrzeug hat, nimmt ein Taxi. Wer zu Fuß geht, sollte für den Anstieg feste Schuhe, Wasser und die kühleren Vormittagsstunden einplanen.

Früher gab es einen direkten Weg: Mit dem Abschluss der Festungsbauten 1646 entstand die gepflasterte Hauptstraße von der Burg hinunter zur Küstensiedlung Aigialos, die Strada Giustiniana. In neuerer Zeit heißt sie Sartzada. Sie beginnt am heutigen Eingang in der Bastion Tre Porte. Vor diesem Tor lag einst eine bewegliche Holzbrücke, die später durch eine Steinbrücke ersetzt wurde.

Karte von Zakynthos-Stadt mit der venezianischen Burg, Bochali, dem Solomos-Platz und der Kirche Agios Dionysios
Burg, Bochali und die Altstadt von Zakynthos · Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Geschichte der Burg

Der Hügel war nach archäologischen Funden und schriftlichen Quellen schon im 5. Jahrhundert v. Chr. befestigt. Hier lag die Akropolis der antiken Stadt. Die späteren Bauphasen haben ihre Reste fast vollständig zerstört. Über die Befestigung in byzantinischer und fränkischer Zeit ist nichts bekannt.

Die älteste Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1478. Ein Kodex des Klosters Agios Ioannis Prodromos berichtet, eine „Frau Kleopi Kopsidou“ habe „im Kastro der Stadt Zakynthos“ ein Kloster gebaut. Ein Jahr später, 1479, eroberten und zerstörten die Osmanen die Burg. Wenige Jahre danach überließen sie die Burg Venedig, unter der Bedingung, die Stadt, die damals noch auf dem Hügel lag, nicht zu befestigen. Venedig baute trotzdem. Der älteste erhaltene Mauerabschnitt stammt von 1503, mit eingemauerten Wappen und dem geflügelten Löwen des heiligen Markus.

Immer wieder warfen Erdbeben die Mauern um. Das Beben vom 16. April 1513 zerstörte alle Häuser der Burg und der Küstensiedlung. Neue Mauern mit Türmen vom Dezember 1520 fielen schon 1521 dem nächsten Beben zum Opfer. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde nach jeder Zerstörung und jedem Angriff repariert, meist notdürftig, manchmal gründlich. Gleichzeitig wuchs am Fuß des Hügels die Siedlung am Meer, aus der die heutige Stadt hervorging.

Die Mauern, wie sie heute stehen, wurden 1646 fertig, unter dem venezianischen Generalprovveditore Giovanni Battista Grimani. Geplant hatten sie venezianische Ingenieure, gebaut wurde mit einheimischen Arbeitskräften. Nach dem Ende der Republik Venedig wechselten die Fahnen schnell: 1797 die französischen Republikaner, 1798 Russen und Osmanen, dann die Ionische Republik, ab 1807 wieder die Franzosen und ab 1809 die Briten. Diese reparierten 1812 Mauern und Gebäude und kümmerten sich um Wasserversorgung und Abwasser. Am 21. Mai 1864 wurden die Ionischen Inseln mit Griechenland vereint. Der britische Kommandant übergab die Schlüssel der Festung, die griechische Flagge wurde gehisst. Danach wurde die Burg aufgegeben.

Im Zweiten Weltkrieg legten italienische und deutsche Besatzungstruppen Stellungen in der Burg an. In den 1950er-Jahren wurden die Gebäude abgerissen und ihr Material für öffentliche Bauten in der Stadt und am Hafen verwendet. Die Burg gehört zum „Netz der Burgen“, einer der fünf Kulturrouten des Kulturministeriums. Für die Sanierung von Gebäuden innerhalb der Mauern hat das Ministerium 2021 1,5 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds eingeplant.

Bewaldeter Hügel von Bochali über der Uferzeile von Zakynthos-Stadt, davor ein Segelboot auf dem Meer
Der Hügel von Bochali über der Stadt, vom Meer aus gesehen · Foto: Σαλαμούρας Σπ / Σαλαμούρας Σπύρος at Greek Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mauern, Bastionen und Tore

Die Mauern sind sorgfältig aus rechteckigen Steinen mit Kalkmörtel gemauert. Typisch sind der hohe, schräge Mauerfuß, ein halbrundes Gesims und die Brustwehr mit Schießscharten. An der Ostseite verlief innen ein Wehrgang. Runde Wachtürmchen gehörten ebenfalls dazu, einige standen bis zum Erdbeben 1953.

Die meisten Bastionen liegen im Norden und Osten, wo die Burg am leichtesten angreifbar war:

  • Grimani: große Bastion im Osten, mit einem kleinen Tor auf ihrem Platz.
  • Tre Porte: im Norden, hier liegt der heutige Eingang.
  • Minotto: große Bastion weiter nördlich.
  • Posto dell’Pozzetto: in der Nordwestecke.
  • Bembo: im Südosten, mit einem zweiten, prächtigen Tor. Es wurde 1738 zugemauert, trägt aber noch Wappen, Inschriften und die Jahreszahl 1646.
  • San Marco: runde Bastion im Süden, 1953 durch das Erdbeben zerstört.

Im Westen steht ein jüngerer Rundturm, der vermutlich die große venezianische Bastion dell’Aquila ersetzte.

Kirchen und Gebäude auf dem Burghügel

Ausgrabungen haben Funde von der Vorgeschichte bis in die nachbyzantinische Zeit zutage gebracht. Die Burg ist damit der am längsten bewohnte Ort der Insel. Die Stadt in den Mauern war in sechs Viertel gegliedert und hatte zwölf orthodoxe und fünf katholische Kirchen aus dem 12. bis 17. Jahrhundert. Erhalten sind vor allem diese:

  • San Salvatore (Sotiras): die bedeutendste Kirche der Burg, ein byzantinischer Bau des 12. Jahrhunderts im Nordwesten, später katholische Kathedrale. Erhalten sind Nischen, der Ansatz der Apsis mit zwei Schichten Wandmalerei und Reste des Mosaikbodens.
  • Agios Ioannis Theologos: nahe der Bastion Tre Porte, 1486 von der Familie Makris gegründet und 1662 neu aufgebaut.
  • Panagia Laurentaina: im Nordwesten, schon im späten 15. Jahrhundert belegt. Nach dem Beben von 1636 erneuert, unter den Briten Pulvermagazin.
  • Agios Ioannis Prodromos: im Osten, aus dem späten 15. Jahrhundert. Ab 1603 war die Kirche ein Frauenkloster, im 19. Jahrhundert englische Schule und Lager. Das Erdbeben von 1893 beschädigte sie schwer.
  • Agia Varvara und Agios Frangiskos: Ruinen einer kleinen Basilika im Nordosten und einer großen Klosterkirche im Süden, diese vermutlich aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Dazu kommen Bauten aus venezianischer und britischer Zeit: östlich des Eingangs ein kleines Pulvermagazin und zwei Gebäude, die unter Venedig als Gefängnis dienten, nahe der Bastion Bembo britische Kasernen, weiter südlich der Sitz des venezianischen Provveditore mit einem zweiten Pulvermagazin. Im Nordwesten liegt ein Sportplatz aus britischer Zeit. Zahlreiche Zisternen und Brunnen zeigen, wie aufwendig das Regenwasser gesammelt wurde.

Außerhalb der Mauern, im Ort Bochali selbst, steht die Kirche Zoodochos Pigi. Weitere Kirchen der Stadt, allen voran die des Inselheiligen am Hafen, stehen auf der Seite Agios Dionysios.

Gelbe Kirche mit hohem Glockenturm in Bochali unter blauem Himmel
Kirche mit Glockenturm in Bochali · Foto: Tony Hisgett from Birmingham, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Öffnungszeiten und Eintritt

Zuständig ist die Ephorie der Altertümer Zakynthos. Das Kulturministerium nennt folgende Zeiten und Preise (Stand Oktober 2026):

WasAngabe
Öffnungszeiten SommerMittwoch bis Montag 8:30 bis 15:30 Uhr
RuhetagDienstag
Eintritt5 €
Ermäßigt3 €
Telefon+30 26950 48099

Wer außerhalb der Sommersaison kommt, fragt vorher telefonisch nach den Zeiten. Da die Burg am Nachmittag schließt, erlebt man den Sonnenuntergang nicht innerhalb der Mauern, sondern nur vom Hügel draußen.

Aussicht und Strani-Hügel

Von der Burg geht der Blick über die Stadt, den Hafen und das Ionische Meer. Im Südosten erhebt sich jenseits der Stadt der Berg Skopos mit dem Kloster Panagia Skopiotissa, mehr dazu auf der Seite Klöster auf Zakynthos. Wer abends hinauffährt, findet in Bochali Lokale mit Aussicht, Tipps für den Abend stehen auf der Seite Zakynthos-Stadt bei Nacht.

Rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum liegt der Strani-Hügel. Nach der Überlieferung schrieb Dionysios Solomos hier den „Hymnos eis tin Eleftherian“, während er die Kanonen von Messolonghi hörte. Die ersten 24 Strophen sind seit 1865 die griechische Nationalhymne. Das Museum für den Dichter steht auf der Seite Museen in Zakynthos-Stadt. Auch eine zweite Geschichte erzählt man sich: Als der Freiheitskämpfer Theodoros Kolokotronis zum ersten Mal verfolgt nach Zakynthos kam, versteckten ihn die Zakynthier in der Burg.

Häufige Fragen

Kann man die Burg zum Sonnenuntergang besuchen?

Nicht innerhalb der Mauern. Im Sommer schließt die Burg um 15:30 Uhr. Für den Sonnenuntergang bleibt der Hügel von Bochali außerhalb der Burg.

Wie kommt man nach Bochali?

Mit Auto, Roller oder Taxi über die Straße vom Stadtzentrum, rund drei Kilometer bis zum Burgtor. Zu Fuß geht es die ganze Strecke bergauf. Hinweise zu Mietfahrzeugen stehen auf der Seite Mietwagen, Roller und Quad.

Was kostet der Eintritt?

5 €, ermäßigt 3 € (Stand Oktober 2026). Geöffnet ist im Sommer von Mittwoch bis Montag, am Dienstag ist geschlossen.