Auf einen Blick
- Lage: Westküste, auf 178 m Höhe über der Steilküste. Rund 26 km Straße von Zakynthos-Stadt.
- Einwohner: 46 (Volkszählung 2021). Kambi gehört zur Ortsgemeinschaft Exo Chora.
- Bekannt für: den Sonnenuntergang über dem Ionischen Meer und das große Kreuz auf dem Schiza-Felsen.
- Geschichte: mykenischer Friedhof mit in den Fels gehauenen Gräbern, Dorf seit dem 15. Jahrhundert genannt.
- Anfahrt: nur mit Auto, Roller oder Taxi. Kein Linienbus.
Kambi ist ein kleines Dorf an der Westküste von Zakynthos, und die meisten Besucher kommen für den Sonnenuntergang. Dann geht es hinauf zum Schiza-Felsen, wo ein großes Betonkreuz über der Steilküste steht, und man schaut zu, wie die Sonne im Ionischen Meer versinkt. Wer früher kommt, findet ein stilles Dorf mit alten Bauernhäusern, eine Kirche mit vergoldeter Ikonostase und in der Nähe einen Friedhof aus mykenischer Zeit.

Lage und Anfahrt
Kambi liegt im Westen der Insel, auf 178 Metern Höhe über der Küste. Von Zakynthos-Stadt sind es rund 26 Straßenkilometer quer über die Insel. Das Dorf ist in einem Tal gebaut, gleich neben steilen, bewaldeten Küstenhängen. Verwaltungsrechtlich ist Kambi eine Siedlung der Ortsgemeinschaft Exo Chora im Gemeindebezirk Elatia. 1866 kam es zur damaligen Gemeinde Koiliomenos. 2021 lebten hier 46 Menschen.
Eine Buslinie nach Kambi führt die KTEL nicht. Man braucht einen Mietwagen, Roller oder ein Taxi. Vom Dorf zum Kreuz sind es noch rund 1,3 Kilometer Straße nach Westen. Wer zum Sonnenuntergang fährt, fährt im Dunkeln zurück und kennt die Strecke am besten schon vom Tag.
Sonnenuntergang am Schiza-Felsen
Kambi gilt als einer der besten Orte auf Zakynthos für den Sonnenuntergang. Der Blick geht weit über das offene Ionische Meer. Der beste Platz ist der Schiza-Felsen westlich des Dorfes, auf dem das Kreuz steht. Von dort sieht man auch, wie steil die felsige Westküste ins Meer abfällt. Rund um den Aussichtspunkt gibt es Tavernen und Cafés mit Blick aufs Meer.
Ein zweiter bekannter Ort für den Sonnenuntergang ist der Leuchtturm von Keri im Süden, mehr dazu auf der Seite Leuchtturm von Keri.

Das Kreuz von Kambi
Auf dem Schiza-Felsen steht ein großes Kreuz aus Beton. Es ist so groß, dass man es von weit her sieht, auch vom Meer aus. Das Kreuz erinnert an die Toten des griechischen Bürgerkriegs. Wer am Kreuz steht, bleibt von der Kante der Klippe weg.
Das Dorf und die Kirche Agios Nikolaos
Kambi wird seit dem 15. Jahrhundert erwähnt und wurde 1986 amtlich als architektonisch bemerkenswerte Siedlung eingestuft. Seine ein- und zweigeschossigen Bauernhäuser haben die Erdbeben von 1953 unbeschadet überstanden.
Im Dorf steht die Kirche Agios Nikolaos aus dem 19. Jahrhundert mit einer geschnitzten und vergoldeten Ikonostase der Ionischen Schule. Neben der Kirche steht ein einzelner Glockenturm. Die Menschen in der Gegend leben von der Landwirtschaft und vom Handwerk. In Kambi und den Nachbardörfern kann man handgemachte Matten, Tischdecken, Honig und Olivenöl kaufen.

Der mykenische Friedhof
Bei Kambi liegt einer der wenigen Fundorte auf Zakynthos aus mykenischer Zeit. Im Frühjahr 1971 untersuchten Archäologen in einer zweitägigen Grabung sechs rechteckige Schachtgräber mit Abdeckungen aus Steinplatten. Fünf waren ausgeraubt, eines teilweise. In diesem fanden sich drei Alabastra, eine Bügelkanne und ein Krug. Die Funde datieren an den Beginn der Stufe Späthelladisch III C 1. Die Gemeinde spricht inzwischen von 14 Gräbern mit Beigaben, Tongefäßen und Bruchstücken von Bronzewaffen.
Alle Gräber haben dieselbe Form: schmale, viereckige Gruben, in den Kalkfels des Hügels gehauen. Abgedeckt waren sie mit länglichen, unbearbeiteten Steinen, die auf einer kleinen, in den Grubenrand gehauenen Stufe auflagen. Andere mykenische Denkmäler auf der Insel sind ein Kuppelgrab auf dem Hügel Akrotiri und eines bei Keri.
Exo Chora, das Nachbardorf
Zur selben Ortsgemeinschaft gehört Exo Chora, auch Oxochora genannt, mit 102 Einwohnern im Jahr 2021. Das Dorf liegt unter dem Vrachionas und ist seit 1521 bekannt. Berühmt war es für seine 115 Brunnen und 40 Zisternen. Es hat viele Häuser aus der Zeit vor dem Erdbeben behalten. Sehenswert sind die Kirche Agios Nikolaos mit geschnitzter und vergoldeter Ikonostase an einem Platz mit einer alten Platane, die alten Brunnen und das Mikro Kastro auf dem Hügel Almyra. Die Gegend ist bekannt für Olivenöl, Getreide, Trauben und Rotwein.
Kambi, Exo Chora und Maries sind kleine Bergdörfer, in denen noch Landwirtschaft und Handwerk betrieben werden. Maries hatte 2021 356 Einwohner, das nahe Agios Leon 368. Wer Zeit hat, verbindet den Sonnenuntergang in Kambi mit einer Runde durch diese Dörfer am Nachmittag. Die Bucht unter den Klippen heißt Porto Schiza.

Weiter nördlich liegen das Bergdorf Volimes und die Aussicht über Navagio. Eine Badebucht an der Westküste ist Porto Limnionas.
Häufige Fragen zu Kambi
Wann ist die beste Zeit für Kambi?
Am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang. Dann ist es am Kreuz und in den Tavernen aber auch am vollsten. Wer das Dorf in Ruhe sehen will, kommt vormittags.
Woran erinnert das Kreuz von Kambi?
An die Toten des griechischen Bürgerkriegs. Das große Betonkreuz steht auf dem Schiza-Felsen rund 1,3 Kilometer westlich des Dorfes und ist weithin sichtbar.
Gibt es in Kambi einen Strand?
Im Dorf nicht. Kambi liegt hoch über der Steilküste. Zum Baden fährt man in die Buchten der Westküste oder an die Strände im Süden und Osten.
Quellen
- Gemeinde Zakynthos: Ortsgemeinschaft Exo Chora mit Kambi
- ELSTAT: Volkszählung 2021, Siedlungsebene (ΦΕΚ Β‘ 2090/2024)
- Wikipedia: Kambi
- Agallopoulou: Ausgrabung mykenischer Gräber bei Kambi, Αρχαιολογικά Ανάλεκτα εξ Αθηνών V/1 (1972), S. 63–66
- Discover Greece: Zante (Zakynthos)
- zanteisland.com: Cross of Kampi
- Kalimera Greece: Kampi
- KTEL Zakynthos: Liniennetz